Wir schauen uns oft alte Bilder an und sagen: „Das war unser Tscheb!“


Tscheb war, wenn auf der Donau der Eisstoß mit großem Getöse abging. Wenn wir im März schon Ausflüge auf die Lamplweide und den Eichenwald mit den vielen Veilchen und Blumen machten. Wenn die Frösche im Ried ihr Konzert quakten, die riesigen Lindenbäume im Kirchpark blühten und der Wind den Duft übers ganze Dorf wehte.

Unser Tscheb mit etwa 2700 Einwohnern, mit über 500 Häusern, mit einer Hottergröße von fast 5800 Joch war kein Bauerndorf. Die Tscheber waren Handwerker, Fabrikarbeiter, Taglöhner, Fuhrwerker, Kaufleute, Angestellte, Lehrer, Polizisten, Lieblinger, Knechte und – in den letzten Jahren – noch 74 Bauernfamilien.

Franz Ernst (+), München (9. Heimatbrief / Dezember 1980)

Tscheb waren auch die heißen Julitage, in denen die Leute mit der Sense in den Schnitt zogen, um das Jahresbrot zu verdienen. Auf dem Hotter standen wahre Maiswälder, in denen angeblich die Logosche hausten. Nach der Weinlese kam für uns Buben das Traubenretzeln und der Gurkenkrieg mit überreifen Saatgurken. Dazwischen das Baden und Angeln an der Donau.