1945 – März: Tscheber Männer kommen ins Vernichtungslager Mitrovica

Am 17. März 1945 wurden fast alle der noch Arbeitsfähigen des Lagers Novisad, das damals in der „Seidenfabrik“ untergebracht war, für den Bau der Eisenbahnstrecke Belgrad – Zagreb in das Lager Mitrovica verlegt. Unter ihnen befanden sich 46 Tscheber. Das Arbeitslager Mitrovica war eines der berüchtigsten in ganz Jugoslawien. In diesem Lager sind die Tscheber Ams Johann (1895-1946), Erni Josef (1901-1945) und Stock Martin (1894-1945) umgekommen.

1945 – 8. Mai: Kriegsende

Die Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 machte dem Krieg zwar ein Ende, nicht aber dem Blutvergießen und dem Leiden. Unsere ehemalige Heimatgemeinde Tscheb, hat über hundert Gefallene und Vermisste durch den zweiten Weltkrieg zu beklagen. 14 Männer sind grausam umgebracht worden. weiterlesen…

1945 – Juni: Vertreibung (Austreibung) aus Tscheb

Am 2. Juni 1945 wurden die verbliebenen Tscheber aus ihren Häusern vertrieben (18 Familien wurden davon noch bis zum 17. Oktober 1945 verschont) und kamen in das Ortslager in Tscheb.

„Austreibung“ war der allgemein übliche Ausdruck der Donauschwaben für ihre endgültige Ausweisung aus ihren Häusern und die völlige Räumung der deutschen Dörfer von ihren deutschen Bewohnern. Sie war die Konsequenz eines Beschlusses des „Antifaschistischen Rates der Volksbefreiung Jugoslawiens“ –
AVNOJ – , dem provisorischen gesetzgebenden Gremium der Partisanen-Bewegung.
Der Beschluss wurde bereits am 21. November 1944 gefasst.
Er erklärte in einem „außergerichtlichen Verfahren“ die Deutschen zu Volksfeinden und dekretierte, dass sie alle bürgerlichen Rechte verloren hätten. Sodann verfügte er die totale Enteignung aller ihrer beweglichen und unbeweglichen Habe. Die völlig Rechtlosen und Enteigneten konnte man demnach aus ihren Häusern jagen und in Lager internieren. So kam es zur völligen „Lagerisierung“.

1945 – Juni: Ortslager Tscheb

Das Ortslager Tscheb war im oberen Viertel beiderseits der „Bauerngasse“ eingerichtet; die Kommandantur befand sich im Haus des Stefan Zindl und später bei Anton Hengert. Lagerkommandant war Milosew Jowo. Das Verhalten der einheimischen Serben und Slowaken während dieser Vertreibung (Austreibung) kann nicht als Mitgefühl und Vornehmheit gerühmt werden. Bei Einbruch der Dunkelheit war in allen Tscheber Gassen das Ächzen der „Stonkarre“ (Schubkarren) zu hören, auf denen „Sparherde“ (Öfen), Möbelstücke und vieles andere von ihnen heimgeschleift wurde. Bei den Plünderungen der zwangsläufig zurückgelassenen Habe der Volksdeutschen grölten und johlten sie auf den Bauernwagen, hatten große Strohhüte und gestohlene Kleidungsstücke an.

1945 – Juni: Transport von Tschebern in das Vernichtungslager Jarek/Backi Jarak (Batschka)

Katastrophale und unmenschliche Folgen für die Daheimgebliebenen: Kranke, Kinder, Mütter mit Kleinkindern und die alten, arbeitsunfähigen Leute vom Ortslager Tscheb am 19. Juni 1945 in das Vernichtungslager Jarek abtransportiert worden sind. In diesem Lager mussten 149 Tscheber gnadenlos und jämmerlich verhungern. Insgesamt wurden in Jarek mehr als 6.000 Tote registriert.

Aus Tscheb wird Celarevo

Der bisherige Ortsname Tscheb wurde bald von der Landkarte gestrichen und durch den neuen  Ortsnamen „Celarevo“, der in keinem geschichtlichen oder sprachlichen Zusammenhang mit einer früheren Ortsbezeichnung steht, ersetzt. Nicht einmal mehr der Name sollte an die Vergangenheit unseres schönen, deutschen Ortes und seiner Bewohner erinnern.

Damit hat das alte Tscheb, unser Tscheb, aufgehört zu bestehen. Doch es existiert nach wie vor in den Herzen der noch lebenden Tscheber in aller Welt.