1900: Tscheb erhält ein Postamt

Das neue Postamt zog in das Eckhaus des Nikolaus Strauss, zentral gelegen. Von nun an kam die Post über das Postamt Batschka Palanka, die ein Postkutscher mit seinem Wagen beförderte. Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Postamt in das Gemeindehaus verlegt. Der „Postbeamte“ war dann ein jugoslawischer Kriegsinvalide, der oft betrunken war. Deshalb wurde er bald versetzt und die Stelle wurde neu besetzt mit einem Fräulein aus Syrmien. Sie sprach gut deutsch, war römisch-katholisch und beliebt in der Gemeinde. 1941, nachdem die Batschka Ungarn angegliedert wurde, musste sie weg. An ihre Stelle kam der ungarische Beamte Bela Doros, der spätere Ehegatte von Annika Haman. 1942 wurde das Postamt vom Judentempel in das Haus des Peter Wenzl verlegt, zu Josef Gillich. Bela Doros wurde nach Nordungarn versetzt und an seine Stelle kam eine Ungarin, die bis 1944 blieb.

1902: Rodung des Waldfeldes

Auf der Gemarkung Batschka Palanka wurde der nahe zur Gemeinde gelegene Wald gerodet. Das gewonnene „Waldfeld“ wurde durch Versteigerung veräußert. Viele Tscheber nahmen die Gelegenheit wahr und ersteigerten sich Grundstücke.

1907: Erste Flurbereinigung

1907, also bereits nach 100 Jahren, war wegen des bei uns geltenden Erbrechts eine Flurbereinigung erforderlich. Die Tscheber sagen: „Der Hotter wurde kommassiert“. Die Zuteilung der Grundstücke erfolgte am 3. August 1907 durch Verlosung, „Zettelziehen“. Einige Landwirte sahen jetzt die Gelegenheit gekommen, auf ihren zusammengelegten Grundstücken einen Aussiedlerhof, einen „Sallasch“ (Ungarisch: szallas) zu bauen. Auf der Tscheber Gemarkung gab es 23 Salläsche. Auf der benachbarten Palankaer Gemarkung gehörten 2 Sallasche Tscheber Landwirten .Die Größe der Sallasche waren verschieden, von 20 bis 40 Joch. Sie waren meistens von einer ungarischen, slowakischen oder serbischen Pächterfamilie bewohnt.

1907: Appony’sches Schulgesetz

1907 kam das berühmt-berüchtigte Appony“sche Schulgesetz, durch das in allen Schulen Ungarns die ungarische Sprache als Unterrichtssprache eingeführt werden musste. Keine leichte Umstellung für die Tscheber Kinder, die zu Hause und in ihrer Umgebung nur deutsch sprachen und oft kein Wort ungarisch verstanden.

1908: Kauf des jüdischen Tempels für schulische Zwecke

Nach den Pfarrvisitationsakten gab es in Tscheb auch Israeliten. So waren es 1806: vier, 1813: fünf, 1816: 19, 1824 26 und 1862: 40. Wann die Synagoge, der „Judentempel“, in Tscheb erbaut wurde, konnte nicht ermittelt werden. Wir wissen auch nicht, woher die Juden kamen und warum sie wieder weggezogen sind.Sie hinterließen den Tschebern ihren Tempel. 1908 kaufte die Gemeinde den jüdischen Tempel und übergab ihn der katholischen Kirchengemeinde für schulische Zwecke.