1822: Tscheber „Maria-Himmelfahrt-Kirche“ wird erbaut

Das im Jahre 1802 von den Ansiedlern erbaute Kirchlein war für die angewachsene Zahl der Gemeindemitglieder zu klein geworden. Der tiefgläubige Grund- und Patronatsherr Josef Polimberger ließ deshalb 1822 eine neue, größere, majestätische Kirche erbauen. Die Pläne ließ er durch den Budapester Architekten Josef Dietrich entwerfen. Baumeister war Gottfried Hensch. Ihre feierliche Weihe erhielt die Kirche am 15. Oktober 1822 durch den Propstpfarrer Franz Wagner aus Zombor. Es waren viele kirchliche Würdenträger und Vertreter der kommunalen Behörde anwesend. „Die Herrschaft“ hatte bei dem anschließenden Feste 150 Gäste zu Tisch geladen.

Über die Einweihung der neu erbauten Kirche bringt die „Vereinigte Ofner-Pester Zeitung“ (Budapest) Nr. 87 vom 31. Oktober 1922 einen zusammenfassenden Bericht
mit folgendem Wortlaut (hier Auszüge):


Cseb (Bacser Comitat) 16. Oktober 1822.
Gestern wurde allhier die neuerbaute römisch-katholische Kirche mit den üblichen Zeremonien, im Beiseyn einer überaus großen, andachtsvollen und frohen Menge aller Stände aufs eyerlichste eingeweiht. Erster Pfarrer an dieser schönen, 18 Klafter langen und 8 Klafter breiten Kirche war der hochehrwürdigste, verehrtese Hr. Anton v. Himmelberg … Nach beendigten kirchlichen Solemnitäten gab Hr. Joseph v. Polimberger, Gerichtstafel-Besitzer mehrer löbl. Comitate und d.Z. Pfandbesitzer von Cseb, den Honoratioren der versammelten Gäste ein glänzendes Gastmahl von 150 Gedecken; überdies bewirtete er im Gemeindehause 24 Gemeindeälteste zu Mittage und Abends mit einer reichlichen Mahlzeit; und den Übrigen der Gemeinde ließ er zur Erhöhung ihrer Festlichkeit zehn Eimer Wein (280 L.) reichen. Bei der festlichen Tafel wurden dankbare Toasts auf das hohe Wohlseyn Sr. Maj. des Kaisers und Königs und des gesamten Kaiserhauses Österreich ausgebracht; Abends war herrliche Illumination und freudvoller Ball.

1824: Bau einer größeren Schule

1824 ließ die Gemeinde eine größere Schule bauen. Der Neubau war, wegen der großen Kinderzahl (436 Kinder – Einwohnerzahl 1388), unumgänglich geworden. Es wurde eine zweite Lehrerstelle eingerichtet.

1828: Nikol. v. Bezeredy übernimmt das Gut als Mitgift seiner Frau

1828 heiratete der Witwer Nikolaus von Bezerédy die Tochter des Josef Polimberger, Karoline Polimberger. Sie brachte nach dem Tod ihres Vaters das Tscheber Gut als Mitgift in die Ehe und das damit verbundene Patronatsrecht. Der östliche Teil des Tscheber Gutes war nach Karoline – franz. Charlotta – Charlotta-Puszta benannt. Die neue Herrschaft und der neue Patronatsherr von Tscheb hieß nun Nikolaus Bezerédy. Die Familie Bezerédy war eine alte ungarische Adelsfamilie. Nikolaus von Bezerédy íst 1793 in Raab, Györ, geboren. 1834-1837 ließ die Familie unweit des Schlosses von Márffy ein neues prachtvolles Kastell erbauen. Die Pläne dazu entwarfen Wiener Architekten. Ausgeführt wurden die Arbeiten von den Tscheber Maurermeistern Amann und Hoffmann. Wie schon J. Polimberger, so war auch sein Schwiegersohn N. v. Bezerédy ein großherziger Patronatsherr. Beiden hat die Tscheber Pfarrkirche und Pfarrgemeinde vieles zu verdanken. N.v. Bezerédy starb am 28. März 1865 in seinem 72. Lebensjahr in Budapest. Sein Leichnam wurde mit dem Schiff nach Palanka und von dort „per Achse“ nach Tscheb überführt. Hier wurde er dreimal feierlich auf dem Kirchplatz herumgetragen und anschließend in der herrschaftlichen Gruft in der Pfarrkirche beigesetzt. Sein Sohn Bélá, der mit der Adligen Isabella Horváth aus Baja vermählt war, verfügte dann über das Tscheber Gut. Er war drei Jahre lang der höchste Beamte des Kreises Batschka Palanka, er war „Stuhlrichter“. Während dieser Zeit war das Stuhlrichteramt in Tscheb. Béla Bezerédy starb am 29. Juli 1884 im 58. Lebensjahr in Zombor.