1819: Die Gemeinde erhält einen diplomierten Arzt

Dem Ansiedler-Verzeichnis ist zu entnehmen, dass es 1803 den „Feldscherer“ Johannes Wittmann gab, der die Kranken in der Gemeinde behandelte. 1818 gab es den ersten diplomierten Arzt in Tscheb. Sein Name ist leider nicht bekannt. Dem kirchlichen Vermeldungsbuch ist aber zu entnehmen, das Pfarrer A. Himmelberg 1818 die Gläubigen der Gemeinde von der Kanzel aufforderte, die Säuglinge doch gegen Blattern beim Arzt impfen zu lassen, um so mehr, als im selben Jahr sieben Kinder, die nicht geiimpft waren, an dieser schrecklichen Krankheit gestorben sind. 1852 wurde Dr. Josef Ofner zum Arzt für die Gemeinden Tscheb, Glozan und Begec gewählt. Die Praxis hatte er in unserer Gemeinde. 1858 kam Dr. Adolf Horvitz als Arzt nach Tscheb. Während seines Hierseins verbreitete sich in der ganzen Gegend die gefürchtete Krankheit der Cholera. Gottlob blieb unsere Gemeinde davon verschont. Nachfolger waren: Dr. Johann Morelli, Dr. Josef Mädl. 1886 kam Dr. Josef Schäffer. Er betreute 40 Jahre lang die Kranken in Tsche. Ihm folgte Dr. Steinmetz. 1938 wurde Dr. Stein als Gemeindearzt gewählt. Er blieb es bis zur Verteibung. Den werdenden Müttern stand eine Hebamme zur Seite. Laut Pfarrvisitationsakten vom 2. Mai 1839, war es damals Anna Palicsek, eine 26-jährige Frau, aber nicht examinierte Hebamme. Anna Matheis (Matheis Nantschipesl) stand um die Jahrhundertwende über viele Jahre den Gebärdenden bei. Ihr folgte Veronika Jantschenitsch. Sie tat ihren Dienst bis zur Vertreibung. Die Hebammen waren von der Gemeinde gewählt.

1819: Herrschaft Polimbergers aus Székesfehérwar beginnt

1819 erwarb der Großgrundbesitzer Josef Polimberger aus der westungarischen Stadt Stuhlweißenburg (Székesfehérvár) das Tscheber Gut vom Staat. Die neue Herrschaft erwies sich dem Volk gegenüber als sehr wohlwollend und wohltätig – im Gegensatz zu Márffy – und erfreute sich bald einer hohen Wertschätzung in Tscheb und der ganzen Umgebung. Wie schon seine Vorgänger, so bewirtschaftete auch Polimberger das ganze Tscheber Gut mit Land- und Forstwirtschaft und Viehzucht. Viele Tscheber verdienten bei ihm ihr Brot.Die Kirchengemeinde und die bürgerliche Gemeinde kam zu ihren Rechten. Polimberger ließ 1822 die neue, große Pfarrkirche erbauen. Der verdiente Grund- und Patronatsherr starb am 17. November 1832 in Budapest. Er wurde am 24. November 1832 in der herrschaftlichen Gruft, die sich im Mittelgang der von ihm erbauten Tscheber Pfarrkirche (1922) befindet und mit einem roten Marmorstein verschlossen ist, zur letzten Ruhe gebettet.