1802: Die Tscheber bauen ihr erstes Kirchlein

In seinen Anfängen war Tscheb eine Tochtergemeinde der benachbarten Mutterpfarrei Gajdobra. Ein eigenes Gotteshaus gab es nicht. Der habgierige und sture Grundherr Márffy war leider als Patronatsherr nicht dazu zu bewegen, dem gerechten Wunsch der Neuansiedler – ein Gotteshaus zu bauen – Genüge zu leisten. Eigentlich wäre es die Pflicht des damaligen Grundherren Márffy gewesen, die Kirche und das Pfarrhaus zu bauen. Weil er aber seine Pflicht leider nicht erfüllte, hatte er auch kein Recht, einen Geistlichen als Pfarrer der kirchlichen Obrigkeit vorzuschlagen, zu präsentieren. Deshalb waren anfangs auch nur Pfarrverweser (Administratoren) auf der Pfarrei. Erst später, als Polimberger im Jahre 1822 die neue Kirche erbaute, hat die kirchliche Obrigkeit einen Pfarrer nach Tscheb ernannt. Márffy löste zwar 8 Jahre später – 1810 – das erste Kirchlein ab und entschädigte die Gemeinde für den Bau. Er gab auch dem Pfarrverweser die gebührende ganze Session Feld und dem Kantorlehrer die halbe. Doch er weigerte sich noch immer. das neue Pfarrhaus zu bauen, und durfte deshalb von seinem kirchlichen Patronatsrecht keinen Gebrauch machen. So blieb Tscheb – wie bereits vorstehend erwähnt – bis 1822 „nur“ von Pfarrverwesern, Administratoren, verwaltet. Nach mündlicher Überlieferung bestanden schon im ersten Jahr der Ansiedlung mehrere Bethäuser, auf die man sich verteilen musste. Der Glaubenseifer und die Opferwilligkeit unserer Ahnen war groß, und so bauten sie bald aus eigener Kraft, mit eigenen Mitteln und in unermüdlicher Gemeinschaftsarbeit ihr erstes Gotteshaus. Nach den Pfarrvisitationsakten bestand diese Kirche schon im Jahre 1802. Im selben Jahr wurde „Neu-Tscheb“ noch zur Pfarrei erhoben. Die Kirche und ihre zwei Glocken wurden am 1. Juli 1808 durch den Weihbischof Márton Takáts geweiht. So bescheiden wie der Bau war auch die Inneneinrichtung. In der nachfolgenden Zeit wurden u.a. eine Kanzel und ein Taufbrunnen errichtet. Im Jahre 1813 gab es schon eine Orgel mit sechs Registern. Ebenso wurden ein Fagott und noch andere Blasinstrumente sowie drei kupferne Pauken angeschafft. An hohen Festtagen konnte so das Orgelspiel mit einem bescheidenen Orchester unterstützt werden.

Die Kirche der Ansiedler stand von 1802 bis 1822 auf dem „Kirchplatz“, in der Nähe der Muttergottes-Statue und der Statue des hl. Josef, und war von Bäumen umgeben, von Lindenbäumen. Einziges kostbares Andenken, das von dieser alten Kirche blieb, ist das Doppelkreuz, das sich auf ihrer Turmspitze befand. Im 100jährigen Jubiläumsjahr – im Jahre 1922 – wurde dieses Kreuz in der neuen Pfarrkirche, in einer Vitrine hängend, an der Wand angebracht.


Der Schulunterricht beginnt

Nach den Visitationsakten war schon 1802 eine Lehrkraft in Tscheb: Herr Anton Adam, Oberlehrer und Kantorlehrer. Damals war die kath. Kirche die auschließliche Bildungsmacht innerhalb Österreich-Ungarn. In ihren Händen lagen Aufbau und Betreuung der Schule. Außer Religionslehre, waren noch Lesen, Schreiben und Rechnen in den vier Grundrechenarten wichtig. Alle anderen Fächer waren nebensächlich. Die Unterrichtssprache war ausschließlich deutsch. Der Schulbesuch war durch die Einführung der allg. Schulpflicht durch Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1774 geregelt.
Die aus dem gewöhnlichen Schulbesuch entlassene Jugend war dann noch verpflichtet, die Sonntagsschule, sie wurde auch „Wiederholungsschule“ genannt, zu besuchen. Sie fand an Sonn- und Feiertagen nach dem Hauptgottesdienst statt.