1801: Gründung der Sekundärsiedlung Tscheb

Tscheb (Neu-Tscheb) a.d. Donau wurde im Jahre 1801 als Sekundärsiedlung gegründet. Die Ansiedlung verlief nicht so friedlich und reibungslos, wie die der allermeisten Gemeinden der südlichen Batschka. Die Schuld dafür trifft mit Sicherheit nicht die deutschen Ansiedler, sondern den Grundherren Márffy. Schon vor Ankunft der „sanften“ schwäbischen Ansiedler behandelte er seine serbischen Untertanen in Alt-Tscheb so ungerecht und grausam, dass diese mit königlicher Erlaubnis am 30. Oktober 1800 Alt-Tscheb verließen und nach Nadalj zogen. Er ließ deren Haus- und Hofplätze unverzüglich zu Äckern umpflügen. Damit verschwand Alt-Tscheb vom Erdboden. Im Jahre 1801 waren 143 deutsche Familien der Anwerbung und Versprechen des strengen Gutsherrn Márffy gefolgt, und aus den benachbarten deutschen Kolonistendörfern (Gajdobra, Bukin, Parabuc, Karawukowo) gekommen.

169 Häuser wurden in Gemeinschaftsarbeit mit den wenigen serbischen Familien buchstäblich aus dem Boden gestampft. Ja, gestampft wurden die Häuser aus dem Lehm des Grundlochs und mit Schilfrohr aus dem Ried gedeckt. Neu-Tscheb entstand. Aus dem Steuerbuch der Gemeinde Tscheb ist zu entnehmen, dass bei der Ansiedlung im Jahre 1801 in Neu-Tscheb auch zehn serbische Familien dabei waren. Sie ließen sich von Marffy überreden und übersiedelten in die neu zu gründende Siedlung der Donauschwaben. Auch einige Slowaken und Ungarn.

Der erste Richter J. Gajdobranski stammte aus den Reihen der 10 serbischen Ansiedlerfamilien. Der großzügige Plan für die streng geometrische Anlage des Dorfes Neu-Tscheb des Ingenieurs Samuel Pavay sah 5 Längs- und 4 Kreuzgassen vor. Die Bezeichnung der einzelnen Gassen, die bis zur Vertreibung noch in aller Munde waren, stammten aus jener Zeit: „Kleinhäuslergasse“, „Bukinergasse“, „Mittel- oder Hauptgasse“, „Bauerngasse“ und „Letzte Gasse“ wie auch die „Kreuzgassen“, „Kirchgasse“ und Friedhofsgasse“. Das Bauerndorf lag am Rande des Hotters (Felder). Davon zeugen auch die 25 Einödhöfe, die Salasche. Dafür lag es näher bei der Donau, wo zeitweilig 14 Mühlen vor Anker lagen.

In dem Buchlein „Der Deutsche Kolonist“ oder die deutsche Ansiedlung unter Kaiser Josef II. in den Jahren 1783 bis 1787 besonders im Königreich Ungarn in dem Batscher Komitat von Johann Eimann, herausgegeben von Friedrich Lotz im Verlag des Süddeutschen Kulturwerks – München 1965 – ist auf Seite 36 folgendes zu lesen: “ Pkt. 59. Cséb, dem Herrn v. Márffi gehörige Ortschaft an der Donau, zwischen Pallanka und Futak; zählet 333 Ung. und 1000 Deutsche R. Katholiken, 187 altgl. Kaitzen, 260 Evang. Lutheraner, und 21 Juden; zus. 1801 Seelen. Getreide, Tabak und Krautbau, dann Wasser-Geschäften sind dahier die Hauptnahrungszweige.“