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NEWS:

 
30.5.2019: Einladung - 39. WALLFAHRT DER DONAUSCHWABEN ZUR GEDÄCHTNISKAPELLE IN BAD NIEDERNAU
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Das letzte Tscheber Heimatortstreffen in Reutlingen 2018
Die Sonne strahlte vom blauen Himmel als sich die Tscheber*innen am Morgen des Pfingstsamstags (19.05.2018) ein letztes Mal vor der Kirche St. Andreas...
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Begrüßungsrede von Roland Groh, dem 1. Vorsitzenden der HOG Tscheb, anlässlich des letzten Tscheber Heimatortstreffens am 19. Mai 2018 in Reutlingen:
Herzlich willkommen zu unserem 27. Tscheber Heimatortstreffen! Ich begrüße den 2. Vorsitzenden der Donauschwaben in Reutlingen, Herrn Norbert Merkl...
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Tscheber Pfarrkirche Maria Himmelfahrt 2017
Unsere Bilder zeigen die Tscheber Pfarrkirche im Jahr 2017. Innenansicht der Kirche: Das Heilige Grab - Tür hierzu wurde nur einmal im Jahr geöffnet,...
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Tscheber Heimatortstreffen 2017
Nach langem Überlegen hatten wir, Elisabeth Aliđukić sowie Anna und Miroslav Fabri, uns entschlossen, von Celarevo nach Deutschland zu reise...
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Der Traubenball
Im Herbst, wenn die Trauben schön reif waren, fand der Traubenball statt. Der Tanzsaal wurde mit den schönsten Trauben geschmückt; sie hingen von der ...
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Erinnerungen einer Tscheberin an die Internierung als Kind - Eine grauenvolle Zeit im Hungerlager Jarek (Bački Jarak) und im Vernichtungslager Kruschiwl (Kruševlje)
Am 2. Juni 1945 sind wir, unsere Mami Elisabeth Seider geb. Bittermann (36 lJahre), mein Bruder Michael (14 Jahre), meine Schwester Elisabeth (6 Jahre...
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Unsere Heimat heute - 71 Jahre nach der Vertreibung .- Reise nach Palanka–Obrovac–Tscheb/Serbien im August 2015
Der Palankaer und Obrovacer Heimatausschuss hatte die obige Busreise ausgeschrieben. Abwechslungsreiche Programmpunkte und die erfahrene und fachkundi...
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From Ulm to Tscheb - 21 to 27 September 2009
I had been thinking about it for quite a while and this year I was able to make it come true.A trip together with my second cousin to a villlage in to...
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Reise von Ulm nach Tscheb vom 21.-27. September 2009 - aus der Sicht eines Tscheber Nachkömmlings
Reise von Ulm nach Tscheb - 21. bis 27. September 2009 von Andrea Reibl, Berlin (Tochter von Andreas Reibl und Enkelin von Andreas Reibl sen. (Ba...
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Einziehung der Donauschwaben aus Ungarn zur Waffen-SS


seit Sommer 1942


Einziehung der Donauschwaben aus Ungarn zur Waffen-SS
(die Batschka  war seit 1941 wieder ungarisch)

Die Führung der deutschen Wehrmacht sowie die Juristen des Auswärtigen Amtes vertraten die Auffassung, dass es lt. Haager Landkriegsordnung der deutschen Wehrmacht weder im besetzten Serbien, noch im USK, noch in den verbündeten Staaten, wie Ungarn, Rumänien und die Slowakei erlaubt sei, Soldaten zu rekrutieren und sie außerhalb ihres jeweiligen Landes im Kampf einzusetzen. Somit hätte man die Deutschen des Banats, das zum besetzten Serbien gehörte, und ebenso die Deutschen in Ungarn, Rumänien, Kroatien und der Slowakei lt. internationalem Kriegsrecht nicht für die deutsche Wehrmacht rekrutieren und außerhalb ihrer Heimatländer zum Kriegseinsatz bringen dürfen.

Die SS-Führung, vor allem Reichsführer Heinrich Himmler, ging jedoch von der Vorrangigkeit des "Volksrechts" aus, das sich entsprechend der NS-Weltanschauung aus der "Blutsgemeinschaft" herleitete. Gleiches Volkstum, gleiches "Blut" bedeutete gleiches Schicksal und somit auch gleiche Wehrpflicht unabhängig davon, welcher politischen Staatszugehörigkeit man war. Daher betrachtete Himmler die Einberufung zur Waffen-SS unter den Auslandsdeutschen und auch ihren Einsatz außerhalb der okkupierten Staaten als zulässig.

Besonders nach Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion brauchte die Waffen-SS zunehmend Soldaten, um ihre Verluste auffüllen zu können. Himmler sah in den Südostdeutschen ein willkommenes Reservoir dafür und verfügte im Sommer 1942, dass für die Auslandsdeutschen "zwar nicht gesetzlich, aber aus dem ehernen Gesetze ihres Volkstums heraus Wehrpflicht" bestehe.

So wurden 1942, 1943 und 1944 die ungarische und kroatische, 1943 auch die rumänische Regierung unter Druck gesetzt, mit dem deutschen Reich zwischenstaatliche Abkommen zu schließen, wonach diese Staaten es gestatteten, dass ihre deutschen wehrfähigen Bürger zum deutschen Heer, vornehmlich aber zur Waffen-SS, rekrutiert werden durften. Diese Abkommen, die als Rechtsgrundlage für die Einbeziehung der wehrfähigen Deutschen zu den deutschen Wehrverbänden dienten, wurden ohne Mitwirkung der jeweiligen Volksgruppenführung getroffen. Um völkerrechtlich gedeckt zu sein, deklarierte die SS-Führung die Rekrutierungen als Freiwilligen-Aktionen.

In Ungarn (Tscheb war seit 1941 wieder ungarisch) z.B. wurde dann die Anwerbung der wehrfähigen deutschen Männer für den deutschen Militärdienst in den Jahren 1942-43 der Volksgruppenorganisation übertragen. Es wurde den untergeordneten ungarischen Behörden vom Innenminister im Interesse einer reibungslosen Abwicklung strikt verboten, gegen die Anwerbungsaktion propagandistisch vorzugehen. Die Volksdeutschen, die deutschen Militärformationen angehörten, bekamen automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft und galten somit nach der HLKO als deutsche Soldaten.

Im Vertrag zur dritten Aktion (14. April 1944) trat Ungarn die Wehrhoheit über seine deutschen Bürger an das Deutsche Reich ab. Deren gesetzliche Wehrpflicht durfte fortab von der Waffen-SS eingefordert werden. Gleichzeitig aber wurde die Aberkennung der ungarischen Staatsbürgerschaft für alle im deutschen Militär dienenden Ungarndeutschen rückgängig gemacht. Die von Juli bis Oktober 1944 zur Waffen-SS eingezogenen Ungarndeutschen waren also formell weder Freiwillige noch deutsche Staatsbürger. Ihr Einsatz außerhalb Ungarns stand demnach im Widerspruch zur Haager Landkriegsordnung.

"Freiwillige", "Willige", "Gezwungene"

Unter den Donauschwaben gab es weltanschaulich motivierte echte Freiwillige; es gab nüchtern kalkulierende "Willige", die wegen der besseren Bewaffnung des deutschen Militärs und größerer finanzieller Unterstützung ihrer Angehörigen lieber zum deutschen als zum ungarischen oder rumänischen Heer einrückten; es gab Unwillige, ja Gezwungene, die mit Gewalt zusammengeholt wurden; es gab auch solche, die aus prinzipiellen Gründen lieber in die ungarische oder rumänische Armee eintraten und - während die Stellungskommissionen im Dorfe waren - sich bei Andersnationalen versteckten. Von den Donauschwaben Jugoslawiens allein dienten etwa 93 000 als Soldaten verschiedener Heere im Zweiten Weltkrieg. Rund 26 000 von ihnen blieben im Kriege. Jeder vierte Soldat kam nicht mehr zurück.

Keine Kriegsverbrecher

Kriegsverbrecherprozesse gegen deutsche Angehörige der Waffen-SS aus Jugoslawien liegen keine vor. Die donauschwäbischen Soldaten der Waffen-SS dienten in der Regel im Feld. Berichte der Betroffenen belegen indes, dass sie als Frontuntaugliche auch zum Wachdienst in die KZs abgestellt wurden. Einer von ihnen berichtete dem Verfasser dieser Zeilen, dass er nach Ausschwitz abkommandiert worden sei. Sein Dienst bestand darin, jüdische Arbeitsgrupppen bei ihrer Arbeit außerhalb des Lagers zu bewachen und abends wieder zurück zu begleiten.  Deutsche Waffen-SS-Leute aus Jugoslawien und Ungarn wurden seines Wissens  zu Vernichtungsaktionen nicht herangezogen. Folglich entspricht, was die donauschwäbischen Angehörigen der Waffen-SS betrifft, die Aussage Simon Wiesenthals, die volksdeutschen Soldaten hätten sich bei der Verfolgung der Juden besonders hervorgetan, in ihrer generalisierenden Form nicht den Tatsachen.

Vorstehender Text ist aus dem Buch "Verbrechen an den Deutschen in Jugoslawien 1944-1948" - Arbeitskreis Dokumentation - Herausgeber: Donauschwäbische Kulturstiftung, Stiftung des privaten Rechts, München 2000, entnommen.



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1932: Bau der "Neuen Schule" durch Tscheber Handwerker
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