Unser Tscheb:

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NEWS:

 
Rückblick: Tscheber Heimattreffen 2016
Mit Vorfreude machten meine Schwester, Katharina Benning und ich, Ellen Schwindt geb. Benning, uns am Pfingstsamstag, den 14. Mai 2016, auf den Weg zu...
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Erinnerungen einer Tscheberin an die Internierung als Kind - Eine grauenvolle Zeit im Hungerlager Jarek (Bački Jarak) und im Vernichtungslager Kruschiwl (Kruševlje)
Am 2. Juni 1945 sind wir, unsere Mami Elisabeth Seider geb. Bittermann (36 lJahre), mein Bruder Michael (14 Jahre), meine Schwester Elisabeth (6 Jahre...
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Unsere Heimat heute - 71 Jahre nach der Vertreibung .- Reise nach Palanka–Obrovac–Tscheb/Serbien im August 2015
Der Palankaer und Obrovacer Heimatausschuss hatte die obige Busreise ausgeschrieben. Abwechslungsreiche Programmpunkte und die erfahrene und fachkundi...
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From Ulm to Tscheb - 21 to 27 September 2009
I had been thinking about it for quite a while and this year I was able to make it come true.A trip together with my second cousin to a villlage in to...
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Reise von Ulm nach Tscheb vom 21.-27. September 2009 - aus der Sicht eines Tscheber Nachkömmlings
Reise von Ulm nach Tscheb - 21. bis 27. September 2009 von Andrea Reibl, Berlin (Tochter von Andreas Reibl und Enkelin von Andreas Reibl sen. (Ba...
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Unser Tscheb - das deutsche Dorf - 28 km von Neusatz (Novi Sad)

"Unser Tscheb liegt auf einer sanften Anhöhe, eingebettet inmitten einer idyllischen Landschaft von weiten Feldern, Hopfen- und Weingärten umgeben. Bekanntlich eine "Privatsiedlung". Dadurch waren unsere Ansiedler von Anfang an mehr auf sich selbst angewiesen und mussten so ihren Kolonistengeist unter Beweis stellen."
Stefan Ferger, Graz (8. Heimatbrief/Dezember 1979)


"Unser Tscheb mit etwa 2700 Einwohnern, mit über 500 Häusern, mit einer Hottergröße von fast 5800 Joch war kein Bauerndorf. Die Tscheber waren Handwerker, Fabrikarbeiter, Taglöhner, Fuhrwerker, Kaufleute, Angestellte, Lehrer, Polizisten, Lieblinger, Knechte und - in den letzten Jahren - noch 74 Bauernfamilien."
Franz Ernst (+), München (9. Heimatbrief/Dezember 1980)

Nachfolgende Aussage hat der "Napred Matzl" (vermutlich aus Palanka), ein tüchtiger Schiffs- und Steuermann auf dem Passagierdampfer "Napred" bei Einführung eines neuen Kapitäns über Tscheb gemacht. Die Napred fuhr täglich die Strecke Neusatz - Vukovar - mit Halt in Tscheb - . Der Steuermann hatte die Aufgabe, den neuen Kapitän mit seiner neuen Strecke vertraut zu machen, und von Station zu Station von Neusatz bis Vukovar das Wesentliche zu erzählen:

"Tscheb ist ein reines Schwabendorf und hat außer einer großen Hanffabrik noch eine Bierbrauerei. Der Eigentümer dieser Betriebe ist auch Großgrundbesitzer, und wie aus der Sage hervorgeht, war sein Urgroßvater ein Schafhirt, der bei Ausgrabungen eine große Kiste Gold fand."
Adalbert Karl Gauss (Buch "Palanka", S. 119, 1958, Pannonia-Verlag, Freilassing)

Im 11. Heimatbrief/Dezember 1982 schrieb Pfr. N. Burger in seinem Artikel "Aus der Vergangenheit" u.a.:
"Die Gemeinde Tscheb mit ihrer Gemarkung liegt 85 m über dem Meeresspiegel und ist eben, soweit das Auge reicht. Nur das "Riet", das ehemalige Überschwemmungsgebiet der Donau, ein etwa 2 km breiter mit der Donau parallel laufendes Feuchtigkeitsgebiet liegt etwa 2-3 m tiefer als der Ort und seine Gemarkung. Wollte man einen Gesamtüberblick von der Gemeinde gewinnen, dann musste man die Mühe auf sich nehmen und den 28 m hohen Kirchturm besteigen. Von hier oben erkannte man auch die geschichtliche Konzeption und die Entwicklung der Gemeinde.

Ausgangspunkt der Ansiedlung (1801) war das "Kastell", links davon in südlicher Richtung, die Pfarrkirche und rechts davon, der Pfarrkirche gegenüber, das "Gemeindehaus" (Rathaus) und die Schule. Zwischen Pfarrkirche, Rathaus, Schule und Kastell erstreckte sich eine ansehnlich, hübsche Parkanlage mit großen alten Lindenbäumen - wahrscheinlich noch aus der Zeit der Ansiedlung - Sträuchern, Rosenhecken und Blumenbeeten. Es war ein Gemeindezentrum, das einer Stadt Ehre gemacht hätte.

Zu Füßen dieses Zentrums erstreckt sich gleichmäßig links und rechts in Richtung Süden, der Donau zu, die Gemeinde. Die Straßen, die alle in dieses Zentrum münden, erweisen sich nicht nur als gerade, sondern auch im Vergleich zu deutschen, österreichischen oder italienischen Verhältnissen als sehr breit. In der Mitte führte der "Fahrweg", zu dessen beiden Seiten ein breiter Streifen mit großen Nuss-, Maulbeer- oder schlanken Akazienbäumen bepflanzt war. Parallel dazu ging direkt an den Häusern entlang der Gehweg - zumeist mit roten oder gelben Backsteinen bepflastert. Oft staunte der Besucher über diese in großzügigem Ausmaß angelegten Straßen und über die Sauberkeit der donauschwäbischen Dörfer in der Batschka.

Weitete der Betrachter vom Kirchturm aus seinen Blick nach dem Süden, so entdeckte er den etwas tiefer als die Gemeinde gelegenen Landstrich zwischen Gemeinde und Donau, das "Tscheber Riet" mit seinen bunten Wiesen, darin da und dort eine alte Weide, Schilfgruppen und wie große stille Augen, den "ersten", den "zweiten" und den "breiten Teich" sowie den langgezogenen "Rohrgraben". Dieses Riet war reich an Heilkräutern und ein Paradies für Singvögel, Wassertiere und Kleinwild. Es blieb für jeden Besucher ein überwältigendes und unvergessliches Erlebnis, hier an einem Maitag in aller "Herrgottsfrüh" die Vögel aus tausend Kehlen singen zu hören oder an einem Hochsommerabend dem unendlichen Chor der Frösche zu lauschen oder im Herbst die für den Vogelzug sich sammelnde Menge von Störchen zu bestaunen.

Ließ man den Blick noch weiter nach Süden schweifen, so entdeckte man hinter dem 1925 verstärkten "Donau-Damm" - dem höchsten Berg Tschebs - und einem schmalen Gürtel knorriger Weiden und schlanken Espen die majestätische Donau. Dieser größte Fluss Europas erreichte unsere Gemarkung nach einer sanften Linksdrehung, fließt in gerader Linie ihrer entlang und verlässt sie wieder in einer Linksdrehung. Die Breite beträgt bei normalem Wasserstand hier ca. 900 - 1000 m und die Tiefe ca. 16 - 20 m.

Hier unten bot sich dem Betrachter ein romantisches Bild. Im Westen stand die Fischerhütte, die Notunterkunft der Fischer und "Fischhüter", daneben die "Tscharda" - Gaststätte - auf Pfählen, am Ufer die Kähne und stromabwärts in der "Rinne" der Donau die schmucken Donaumühlen, wie schwimmende Häuser, manchmal bis zu sechs an der Zahl. Im Westen erstreckt sich von der "Fischerhütte" bis in die Gemarkung von Palanka die Insel "Nyulsziget", zu deutsch: die Haseninsel. Das Ufer der Insel ist teils steil abfallend, teils sanft sinkend, so dass man auf den weichen Sandbänken weit in die Donau hinein gehen konnte. Über der Insel lag ein Hauch rauer Natur,vor allem wegen des dichten Waldes.

Das Donauufer war das Ausflugsziel aller Tscheber. Es hatte seinen Reiz zu jeder Jahrszeit.

Hielt der Betrachter noch weiter nach dem Süden Ausschau so entdeckte er "über der Donau" eine ebenfalls dicht bewaldete Insel, darüber die "alte Donau" und schließlich den Berg Syrmiens, die Fruska Gora. Bei guter Fernsicht erkannte das Auge deren reiche Obst- und Weingartenhänge. An diesem rechten Ufer der Donau befinden sich die aus der Zeit der Römer stammenden Festungsanlagen von Ilok (14 km) und Peterwardein (30 km). Beide spielten auch eine bedeutende Rolle während der Türkenkriege.

Im Westen präsentierte sich dem Auge der "Eichelwald", der nur 3 km von der Gemeinde entfernt, jedoch zur Gemarkung Backa Palanka gehörte, im Norden der nach seinem Besitzer benannte "Dundjerski-Wald" und als dessen Fortsetzung der "Akazien-Wald". Die Gemarkung durfte deshalb als sehr waldreich bezeichnet werden.

Mit dem Blick nach Osten schließt sich der Kreis des Rundblicks. Hier erkannte das Auge die weiten und "fruchtbarsten "Felder" der Gemarkung, während sich auf dem "Sandhügel" und um die nach Glozan führende Straße die "Weingärten" gruppierten.

Die ganze Gemeinde wurde seit ihrem Bestehen durch ein gutes Verkehrsnetz erschlossen. Fünf Straßen führen aus der Gemeinde. Die eine verbindet die Gemeinde mit der Kreisstadt Backa Palanka (12 km) und führt weiter nach Sombor, Baja, Budapest. Die andere führt nach Glozan (4 km), Novi Sad (28 km) und zum internationalen Verkehrsnetz nach dem Süden bzw. dem Norden. Den heutigen Verkehrsbedingungen entsprechend sind aber nur diese drei Straßen gut ausgebaut. Die übrigen drei Straßen, nach Gjadobra (12 km), Bulkes (14 km) und Petrovac (12 km) waren breite Feldwege. Petrovac ist aber auch durch die gut ausgebaute Straße über Glozan zu erreichen.

Tscheb hatte zeitweise auch eine eigene Schiffstation. Die Schiffe hielten für den Personenverkehr an. Dem Güterverkehr auf dem Wasser war die Gemeinde immer angeschlossen. So standen oft "Schlepper" am Donauufer, um die Erzeugnisse des Grundherren und der Landwirte aufzunehmen, wie Weizen, Zuckerrüben, Mais oder Hanf u.a.m. Sehr oft lieferten auch Flößer das Holz auf dieser Wasserstraße den heimischen "Holzhandlungen".

Eine eigene Bahnstation hatte die Gemeinde nicht. Manche von der älteren Generation wollen die Gründe wissen - siehe diesbezüglich Tscheber Anekdoten: "Weshalb Tscheb ohne Eisenbahnstation geblieben ist". Der Personen- und Güterverkehr wurde zumeist über die Bahnhöfe der Nachbarorte Backa Palanka, Gajdobra oder Glozan-Petrovac abgewickelt.

Auch das war Tscheb - von Nikolaus Grieser
(aus der Festschrift zum 25jährigen Bestehen des Tscheber Heimatausschusses im Dezember 1996):


Wir schauen uns oft Bilder an und sagen: Das war Tscheb!

Aber auch das war Tscheb, wenn auf der Donau der Eisstoß mit großem Getöse abging. Wenn wir im März schon Ausflüge auf die Lamplweide und den Eichenwald mit den vielen Veilchen und Blumen machten. Wenn die Frösche im Ried ihr Konzert quakten, die riesigen Lindenbäume im Kirchpark blühten und der Wind den Duft übers ganze Dorf wehte. Tscheb waren auch die heißen Julitage, in denen die Leute mit der Sense in den Schnitt zogen, um das Jahresbrot zu verdienen. Auf dem Hotter standen wahre Maiswälder, in denen angeblich die Logosche hausten. Nach der Weinlese kam für uns Buben das Traubenretzeln und der Gurkenkrieg mit überreifen Saatgurken. Dazwischen das Baden und Angeln an der Donau.

Das alles ist längst Geschichte.

Aber auch Geschichten gab es. Abgesehen vom Fall Márffy-Ferger und der Zigeunerhochzeit beim Gastwirt Hengert, kam plötzlich die Nachricht: "Ein Wolf wurde gesehen!" Die Jäger eilten hinaus und erlegten den Wolf. Als die Haditsch-Lispesl ihn sah, schrie sie: "Des is ja unser Lordi!" Auch die riesige Schlange im Riedfeld tauchte immer wieder auf.

Wenn die Frauen abends beim Spinnen saßen, erzählte man die Geschichte vom Dundjerski seinem Urgroßvater, der als Schäfer einen großen Krug mit Gold aus der Türkenzeit in dem alten, großen Rustenbaum gefunden hat.

All diese Erinnerungen sind Tscheb. Und wenn niemand mehr etwas davon weiß, dann ist "unser Tscheb" tot - auch wenn dort noch einige alte Tscheber Häuser stehen.


18.04.1941: Bedingungslose Kapitulation Jugoslawiens
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