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Das letzte Tscheber Heimatortstreffen in Reutlingen 2018


 
Die Sonne strahlte vom blauen Himmel als sich die Tscheber*innen am Morgen des Pfingstsamstags (19.05.2018) ein letztes Mal vor der Kirche St. Andreas in RT-Oschelhagen trafen und freudig begrüßten.

Um 10 Uhr begann traditionell die Hl. Messe, die von Pfarrer Dietmar Herman, Reutlingen, zelebriert wurde. Die Tscheber Kirchenfahne Herz Jesu zierte ein letztes Mal unsere Gottesdienstfeier. Ein letztes Mal wurde auch zum Eingang „Wohin soll ich mich wenden?“ und zum Gloria „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe“ aus der Schubert-Messe gesungen. 

Am Altar las Alexsandra Groh die Lesung von Paulus, und dann gab es eine große Überraschung: Die phantastische Stimme von Steffi Zillig, Tscheber Abkömmling und Sängerin an der Deutschen  Oper in Düsseldorf, erklang von der Empore mit dem Lied „Ave Maria“ von Franz Schubert. In seiner Predigt verwies Pfarrer Hermann auf die Lesung von Paulus und sagte, wir müssen uns Gedanken machen, was Pfingsten mit dem Leben zu tun hat. Nur wenn wir aus dem hl. Geist reden, ist unser Glaubenszeugnis echt. Es folgten die Fürbitten, vorgetragen von Alexsandra Groh. Dann führte uns Steffi Zillig mit „Panis-angelicus“ von Caspar Franck erneut in höhere Sphären. Nach der Kommunion sang sie „Ich bete an die Macht der Liebe“. Auch bei diesem Lied konnte so manche Träne nicht zurückgehalten werden.  Als Danklied sangen die Kirchenbesucher “Großer Gott wir loben dich“, und zum Abschluss wurde wunschgemäß „Segne du Maria, segne mich dein Kind“ gesungen. Damit ging - dank der feierlichen Umrahmung durch den wunderschönen Gesang von Steffi Zillig - der letzte Gottesdient der Tscheber in der St. Andreas Kirche in Reutlingen-Orschelhagen zu Ende. 

Um 11 Uhr trafen sich die Tscheber*innen zur Totenehrung im Friedhof Römerschanze am Tscheber Gedenkstein, der wieder mit einer Blumenschale und einem Blumenkranz geschmückt war. Auf der Schleife stand „Wir gedenken unseren toten Tschebern“. Roland Groh, der 1. Vorsitzende der HOG Tscheb, sprach Worte des Gedenkens. 

Um 12.15 trafen sich die Tscheber zu einem Gruppenfoto auf den Stufen des Eingangs zum Austragungslokal Schwarz-Weiß. Nachdem alle Besucher im Saal des Restaurants ihre Plätze eingenommen hatten - insgesamt 47 Teilnehmer - begrüßte Roland Groh die Gäste.Seine Rede können Sie in voller Länge im Anschluss an diesen Artikel lesen.

Dann war es Zeit zum Mittagessen. Ein letztes Mal wurden Paprikawürste nach donauschwäbischer Art mit Krautsalat, Kren und Brot serviert. 

Um 14 Uhr kam die zweite große Überraschung des Tages: Mezzosopranistin Stefanie Zillig gab - wie bereits am Vormittag in der St. Andreas-Kirche - mit musikalischer Begleitung des Organisten Michael Aicheler aus Reutlingen - ein kleines Konzert. Mit einem Melodienreigen aus verschiedenen Operetten, „Spiel auf deiner Geige, Zigeuner“ (Venus in Seide von Robert Stolz), „Vilja, o Vilja“ (Die lustige Witwe von Franz Lehar), „Die Männer sind alle Verbrecher“ und „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ (Der Favorit von Robert Stolz) begeisterte sie mit ihrer großartigen Stimme im Nu die Tscheber*innen. Steffi war wahrhaft ein Augen- und Ohrenschmaus. Mit der Zugabe „Kauf dir einen bunten Luftballon“ verabschiedete sie sich gemeinsam mit Michael Aicheler unter stürmischem Beifall der Anwesenden. 



Kurze Zeit später erfolgte der Auftritt der Gomaringer Tanzgruppe. Mit stimmungs- und temperamentvollen Tänzen zeigten die Paare in ihren donauschwäbischen Trachten auch in diesem Jahr wieder ihr ganzes Können. Ein Paar legte sogar einen feurigen Csárdás aufs Parkett. Anschließend erfolgte die Ehrung der Altersjubilare. Roland Groh überreichte den Jubilaren eine Flasche Rajnski Rizling Jahrgang 2016 Ilocki Podrumi Wein aus Ilok, den Duschko Galonja aus Čelarevo mitgebracht und gesponsert hatte.  Elfriede Korol überreichte den Jubilarinnen ein süßes Präsent und einen Türkranz aus bunten Seidenblumen. Inzwischen war das beliebte Tscheber Kuchenbuffet angerichtet und lockte mit vielen süßen Leckereien. Die Tscheber Frauen hatten ein letztes Mal ihre Backkunst für diesen Tag gezeigt, Torten und Kuchen fanden reißenden Absatz. Bei Kaffee und Kuchen sowie musikalischer Unterhaltung mit Tanzmöglichkeit begann das sehr gemütliche Beisammensein mit Zeit für persönliche Gespräche. 

Im Saal herrschte in diesen Stunden ob der erlebten musikalischen und lukullischen Genüsse eine so heitere Stimmung, dass keinerlei wehmütige Abschiedsstimmung zu spüren war. Am späten Nachmittag war das Tscheber Heimatortstreffen in Reutlingen dann Geschichte. 

Vor dem Ausklang sprach der 1. Vorsitzende der HOG, Roland Groh, nachstehende Worte zum Abschied: „Dank an alle, die zum Gelingen dieses letzten Tscheber Treffens beigetragen haben, Herrn Pfarrer Herman für die Messegestaltung und die Predigt sowie Herrn Lauer für das Trompetensolo am Gedenkstein. 

Einen besonders feierlichen Rahmen in der Messe am Vormittag in der St. Andreas Kirche in Reutlingen-Orschelhagen haben wir Steffi Zillig mit ihrem Gesang zu verdanken. Bei den von ihr in der Kirche gesungenen Liedern konnten viele ihre Tränen nicht unterdrücken. Danke, liebe Steffi, für so viele tiefe Emotionen durch deinen Gesang. Heute Nachmittag hast du auch eine andere Seite deines Könnens gezeigt, die fröhliche.  Die Begeisterung war deutlich zu spüren. Danke auch dafür. Wer mehr von Steffi hören will, muss ins Opernhaus Düsseldorf fahren, um sie dort auf der Bühne zu erleben. 

Danke auch an die Gomaringer Tanzgruppe, die uns wiederum begeistert hat und an all die Kuchenspenderinnen, wie Annelore Rogitsch, Eva Tschepella, Vera Hessner, Cornelia Binnefeld, Anna Moritz, Elfriede Korol und Brigitta Zillig. Danke an Norbert Merkle und seinen Musikerkollegen für die Musik sowie an das Team der Küche des Restaurants Schwarz-Weiß.
Und nun kommt alle gut nach Hause, mit besten Grüßen an die, die zu Hause geblieben sind oder nicht dabei sein konnten. Bleiwe g`sund, unn bhalte uns in guda Erinnerung.“

Beim Verabschieden waren Stimmen zu hören, nach denen dieses Tscheber Heimatortstreffen bedauerlicherweise zwar die letzte, aber mit diesem großartigen musikalischen Programm auch die schönste Veranstaltung gewesen sei. Welch einmalige Erinnerung an diesen besonderen Tag konnten wir alle mitnehmen!

Man war sich einig: Ja, s‘allerletschdi Mol woar’s oarich schee. 

Reutlingen/Neckarsteinach, im Mai 2018 


                                                                                                                                                                                                                          

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