Donauschwaben:

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Rückblick: Tscheber Heimattreffen 2016
Mit Vorfreude machten meine Schwester, Katharina Benning und ich, Ellen Schwindt geb. Benning, uns am Pfingstsamstag, den 14. Mai 2016, auf den Weg zu...
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Erinnerungen einer Tscheberin an die Internierung als Kind - Eine grauenvolle Zeit im Hungerlager Jarek (Bački Jarak) und im Vernichtungslager Kruschiwl (Kruševlje)
Am 2. Juni 1945 sind wir, unsere Mami Elisabeth Seider geb. Bittermann (36 lJahre), mein Bruder Michael (14 Jahre), meine Schwester Elisabeth (6 Jahre...
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Unsere Heimat heute - 71 Jahre nach der Vertreibung .- Reise nach Palanka–Obrovac–Tscheb/Serbien im August 2015
Der Palankaer und Obrovacer Heimatausschuss hatte die obige Busreise ausgeschrieben. Abwechslungsreiche Programmpunkte und die erfahrene und fachkundi...
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From Ulm to Tscheb - 21 to 27 September 2009
I had been thinking about it for quite a while and this year I was able to make it come true.A trip together with my second cousin to a villlage in to...
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Reise von Ulm nach Tscheb vom 21.-27. September 2009 - aus der Sicht eines Tscheber Nachkömmlings
Reise von Ulm nach Tscheb - 21. bis 27. September 2009 von Andrea Reibl, Berlin (Tochter von Andreas Reibl und Enkelin von Andreas Reibl sen. (Ba...
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Donau & Donauschwaben

Nachstehender Text wurde aus der Festschrift zur 25 Jahrfeier des Kreisverbandes Reutlingen der Landsmannschaft der Donauschwaben - 12. Oktober 1974 - entnommen:

Vor einem halben Jahrhundert (1974 geschrieben) entstand der Stammesname "Donauschwaben".

Im "Großen Brockhaus" ist unter dem Stichwort Donauschwaben zu lesen: "Sammelname für die deutschen Siedler zu beiden Seiten der mittleren Donau in Ungarn, Jugoslawien und Rumänien."

Zur Entstehung der Stammesbezeichnung "Donauschwaben" schreibt Prof. Dr. Anton Scherer, Lehrbeauftragter an der Universität Graz, im Volkskalender der Donauschwaben 1964 u.a. folgendes: "Der Name Donauschwaben wurde spätestens 1922 geprägt, und zwar mit einer an Gewissheit grenzenden Wahrscheinlichkeit von Universitätsprofessor Dr. Robert Sieger, dem damaligen Inhaber des Lehrstuhls für Geographie an der Universität Graz. Dass aber heute die Bezeichnung "Donauschwaben" Gemeingut der Wissenschaft vom deutschen Volke und vom deutchen Volkstum ist, verdanken wir in erster Linie dem Stuttgarter Geographen Hermann Rüdiger."

In seinem 1931 in Stuttgart erschienen Buch "Die Donauschwaben in der südslawischen Batchka" schreibt Rüdiger, er habe das Wort "Donauschwaben" zum ersten Male im Oktober 1922 in Graz in einer Ankündigung eines Vortrages gebraucht, den er an der Grazer Universität gehalten habe: "Es entstand in einer Unterredung mit dem Geographen Robert Sieger, ohne dass ich heute (1930) zu sagen vermag, ob das Wort von ihm oder von  mir zuerst verwendet wurde.

Wie Donau und Donauschwaben zusammenhängen, begründet Rüdiger in dem bereits erwähnten Buch:
"Betrachten wir nun ganz kurz die geschichtliche und wirtschaftliche Bedeutung des Donau-Stromes, so sehen wir diese im Wandel der Zeiten starken Veränderungen unterworfen. Von den sagenhaften Nibelungen und König Etzel, von römischen Legionen und den deutschen Heeren Karl des Großen, die die Donau als Heeresstraße benutzten, erzählen uns Sagen und vergilbte Bücher der Geschichte. Zur Zeit der Kreuzzüge steht der Strom als Vermittler nach dem Südosten an erster Stelle. Doch mit dem Erstarken der Mittelmeerhäfen Venedig und Genua und dem Aufblühen des Seeverkehrs geht seine Bedeutung als Verkehrsstraße zurück. Wohl setzt mit der Vertreibung der Türken eine große Massenwanderung donauabwärts ein, aber sie vermag nicht dauernd die Flussstraße zu beleben. Mitteleuropa, ja ganz Europa, ist sei der Entdeckung und Erschließung der neuen Welt Amerikas immer mehr seewärts eingestellt.
Sollte zwischen dieser Geringschätzung der Donau und der allgemein so erschreckend geringen Kenntnis von den Donauschwaben ein innerer Zusammenhang bestehen? Diese Frage drängt sich unwillkürlich hier auf. Eines steht jedenfalls fest: Die Saat eines Adam-Müller-Guttenbrunn war vor dem Weltkrieg in deutschen Landen noch nicht aufgegangen. Nichts beleuchtet zugleich besser seine überragende Bedeutung. Müller-Guttenbrunn ist Donauwabe, und bewusst hat er in seinen ersten völkischen Romanen die Donau in den Mittelpuntkd der Handlung gerückt: In der "Götterdämmerung" (1908) das Problem der Donauregulierung, in den "Glocken der Heimat" (1910) den Kampf der schwäbischen Bauern gegen die Hochwaser der Theiß und Donau, und im "Großen Schwabenzug" (1913) trägt die Donau die Massen der auswandernden Schwaben stromabwärts und bildet das Bindeglied zwischen alter und neuer Heimat.

Die Einführung des Namens und des Begriffes "Donauschwaben" bedarf wohl kaum einer besonderen Rechtfertigung. Er ist keine Neubildung lediglich um des Neuen willen, sondern die Zusammenfügung zweier jedem geläufigen Bezeichnungen, einer geographischen und einer völkischen, um einen deutschen Volkssplitter nach seiner räumlichen Verteilung möglichst eindeutig zu umschreiben. Eindeutig? - Wie steht es damit? Donauschwaben sind doch schließlich auch Schwaben in Württemberg und Bayern am urdeutschen Oberlauf der Donau, aber es wird niemanden einfallen, sie so zu nennen; denn sie sind die Schwaben schlechthin, sie bedürfen keines weiteren Beiworts. Dass sie an dem gleichen Strom wie ihre Brüder in Ungarn, Jugoslawien und Rumänien wohnen, der die Auswandererschiffe ihrer Vorfahren dereinst stromab führte, scheint mir eher für die Bezeichnung "Donauschwaben" zu sprechen als gegen sie.
"Donauschwaben" im weitesten Sinne des Wortes sind die Bewohner der deutschen Siedlungsgebiete längs des Mittellaufs der Donau, etwa von Ofenpest (Budapest) bis nach Orsova, im wesentlichen also der großen Tieflandstriche, die durch die Ausläufer der Karpathen im Norden und im Südosten und die Donaudurchbrüche natürlich begrenzt sind.

Einzelne Ausstrahlungen der Donauschwaben liegen weit abseits vom Mittellauf der Donau. Die eine im Nordosten: die Sathmarer Schwaben, heute zu Rumänien gehörend, hart an der Grenze gegen Ungarn und den karpathorussichen Teil der Tschechoslowakei. Die andere im Südwesten: in Bosnien. Wohl entfernen wir uns wenn wir unseren Blick auf die äußersten Ausstrahlungen der Donauschwaben im Nordosten und im Südwesten lenken, weit aus dem Becken der mittleren Donau, aber trotzdem befinden wir uns immer noch innerhalb ihres Strombereichs; denn Sathmar liegt an der Samos, einem Nebenfluss der Theiß, und die Bergflüsse Bosniens schicken ihre Wasser in die Sawe, so dass alle zum gleichen Ziele streben, dem gleichen Haupte untertan sind. Fast ist es, als tönte aus ihrem rauschenden Lauf an unser Ohr der Ruf: Die vier natürlichen Landschaften, in denen die Hauptmasse der Donauschwaben siedelt, entsprechen durchaus der oben gegebenen geographischen Gliederung des Gebiets der mittleren Donau. Es sind die Schwäbische Türkei, die Batschka, das Banat und Kroatien-Slowenien.Donau und Donauschwaben gehören zusammen!"

                                                                                                                                                                                                                          

1929: Weltwirtschaftskrise trifft Tscheb - vor allem die Bauern - hart
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